Verschollen hinter grauen Mauern
Die Künstlerin Olga Oppenheimer
Olga Friederike Oppenheimer wird am 9. Juli 1886 in Köln geboren – als Erstgeborene einer jüdischen Kaufmannsfamilie mit sechs Kindern. Ihre Eltern, Max Samuel und Wilhelmine Oppenheimer, führen ein gutbürgerliches Leben. Schon früh zeigt sich Olgas künstlerisches Talent: Als Kind kritzelt sie auf Schiefertafeln, als Jugendliche malt sie romantische Burgruinen und Aquarelle. Ihre Eltern erkennen die Begabung und richten ihr 1906 ein Atelier in der Rubenstraße ein – ein Raum für Kreativität und Selbstentfaltung.
Am 8. September 1914 wird Olgas erster Sohn geboren – Robert Wilhelm. Doch der Erste Weltkrieg bringt tiefe Erschütterungen. Nur elf Tage später fällt ihr Bruder Friedrich Alexander an der Front. Kurz darauf, am 26. September 1918, stirbt August Macke, ihr enger Freund und künstlerischer Weggefährte, in Perthes-les-Hurlus durch einen Kopfschuss. Franz Marcs Soldatentod folgt am 26.September 1916. Die Verluste sind brutal, die Trauer lähmend.
Am 23. Dezember 1918 wird Olga Oppenheimer in die Hertz’sche Privatklinik in Bonn, eingewiesen. Es ist eine Zwangseinweisung. Olga, einst erfolgreiche Künstlerin, wird aus ihrem Leben gerissen und nach Waldbreitbach transportiert. Am 10. Februar 1941 wird Olga Oppenheimer mit zwei weiteren Frauen aus Waldbreitbach abgeholt. Ein grauer, ausrangierteer Postbus bringt sie ins Zwischenlager Andernach, dann weiter in die Tötungsanstalt Hadamar. Am 11. Februar 1941 wird sie in Hadamar vergast und verbrannt.
Barbara Stewen hat über Olga Oppenheimer geforscht. Sie liest und erzählt über das tragische Schicksal der Künstlerin.
