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Namensgebung des Verbandes

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(@admin)
Beiträge: 1
Mitglied Admin
Themenstarter
 

Der Vorstand des VS-Bezirk Köln beantragt für die NRW-Mitgliederversammlung am 19. August 2023 über einen veränderten Namen des VS zu beschließen.

 

Antragstext:

Der VS-NRW stellt an den nächsten VS-Bundeskongress den Antrag, den Namen des VS in »Verband deutscher Schriftsteller*innen (VS)« zu ändern.

 

Begründung:

Der VS kann und sollte eine Rolle spielen, die Entwicklung der deutschen Sprache weiter voranzubringen. Das Gendersternchen auch im offiziellen Rahmen zu nutzen, bedeutet, es in der Wahrnehmung und im Gebrauch zu verankern.

Oberstes Ziel der Sprache ist und bleibt: alle Menschen anzusprechen und einzuschließen. Die deutsche Sprache basiert - wie die gesamte patriarchale Welt – auf binären Mustern mit ihren Wertungen und Ausschlusskriterien.

Das inklusive Gendersternchen (Sternchen steht als Platzhalter für die Fortführung des bereits Ausgesprochenen) ist eine Möglichkeit, diese Binarität zu packen und aufzulösen.

Mit einer gerechteren und Vielfalt akzeptierenden Sprache und der Auflösung von Binarität ist auch die Hoffnung auf eine gesellschaftliche Weiterentwicklung in genau diese Richtung verbunden.

 
Veröffentlicht : 08/08/2023 11:24 am
 Joko
(@joko)
Beiträge: 1
New Member
 

Ich bin auch ein Freund der deutschen Sprache, und bin auch ein Freund inklusiven Denkens, aber dennoch kein Freund von Gendersternchen (oder -doppelpunkt oder Sprechpause).

Ob da ein Sternchen steht oder ein Doppelpunkt oder ein "und": Die Inklusion findet nicht über Symbole statt, sondern im Kopf. Ich kann als Leser oder Hörer Inklusion und Nicht-binäres immer mitdenken.

Ich finde, diese Übernahme von Symbolen in die deutsche Schriftsprache macht sie zutiefst hässlich. Dass jetzt ernsthaft ein Verband, der sich der Sprache eigentlich liebevoll verbunden fühlen sollte, jetzt zur schriftlichen Selbstentstellung schreitet (um es sehr pointiert zu formulieren), finde ich traurig.

Obwohl diese andere gendergerechte Variante wie in "Studierende" oder "Schreibende" weiß Gott auch nicht der Weisheit letzter oder gar schönster Schluss wäre, sähe ein "Verband der Schriftstellenden" oder "Verband der Schreibenden" zumindest nicht so hässlich aus wie mit Sternchen. Die Sternchen sind meinetwegen etwas für interne Kommunikation (selbst dort finde ich sie seit jeher sprachlich störend), aber doch nicht in der öffentlichen Selbstdarstellung!?

Wir sollten politische und gesellschaftliche Einstellungen, Wünsche oder Aufgaben nicht über das Erscheinungsbild der Sprache stellen.

Ich persönlich würde am Verbandsnamen zuerst das Adjektiv "deutscher" streichen. Ist das nicht das wirklich Seltsame am Verbandsnamen? Weder dürfen doch nur Deutsche aufgenommen werden, noch darf nur in Deutsch geschrieben werden?

Deshalb wäre inhaltlich allenfalls ein "Deutscher Verband Schriftstellender", aber kein "Verband deutscher Schriftstellender" denkbar.

Ich würde mir, wenn denn um Himmels willen der Verband umbenannt werden soll (ich sehe tatsächlich keinen Anlass dafür außer dem ausschließenden Adjektiv "deutsch"), dann würde ich mir eher einen "Verband der Schriftstellenden" wünschen.

Klingt aber auch nicht wirklich gut. Besser wäre es, wir würden einfach aus dem "Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller" den "Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller" machen. Und beim Lesen und Sprechen des "und" immer daran denken, dass wir an dieser Stelle alle anderen ehren und mitmeinen, die sich zwischen den beiden binären Polen verorten: etwas, was in der Verkürzung auf nur noch ein Wort mit Sternchen eben gerade nicht passiert.

Mir ist der Respekt vor Sprache gleichrangig zum Respekt vor Menschen. Und ich kann letzteren empfinden und im persönlichen oder im Verbandswirken transportieren, ohne hässliche Symbole in die Schriftsprache zu zwängen.

Ich respektiere und verstehe die Motivation, die dem Antrag zugrunde liegt, hoffe aber dennoch aus den genannten Gründen sehr, dass der Antrag abgelehnt wird.

 
Veröffentlicht : 13/08/2023 7:33 pm
(@henry-bleicher)
Beiträge: 1
New Member
 

Die Diskussion des VS-Köln-Antrages zur veränderten Schreibweise des VS-Namens wurde auf Empfehlung der Antragskommission mit dem Votum „Nichtbefassung“ versehen. Der Antragsteller sprach sich gegen dieses Votum aus und forderte zu diskutierten. Die große Mehrheit der Mitgliederversammlung am 19. August in Hamminkeln folgte aber der Empfehlung der Antragskommission.

Die Vorsitzende des VS-NRW, Jana Engels, erklärte daraufhin, dass der Antrag bei der kommenden Mitgliederversammlung im Frühjahr 2024 zur Diskussion gestellt werden solle. Bis dahin sollte er möglichst in allen Regionalverbänden diskutiert werden.

Es empfiehlt sich also, die Diskussion in diesem Mitgliederforum fortzusetzen.

 
Veröffentlicht : 20/08/2023 3:33 pm
(@barbara)
Beiträge: 1
New Member
 

@joko 

Als Schriftsteller*innen ist Sprache unser täglich Brot. Idealerweise wirken wir mit unserer Arbeit, also mithilfe von Sprache. Nicht erst seit Wittgenstein ist die Komplexität des Zusammenhangs von Sprache und Bewusstsein bekannt. Klang, Sprachbild und Wirkung ergänzen sich idealerweise im Zusammenspiel zu Kunst. Kunst wirkt, bildet, verändert , spricht an, stößt ab* (* = und vieles mehr)

Joko: "Ob da ein Sternchen steht oder ein Doppelpunkt oder ein "und": Die Inklusion findet nicht über Symbole statt, sondern im Kopf. Ich kann als Leser oder Hörer Inklusion und Nicht-binäres immer mitdenken."

Die Frage: 'gab es zuerst die Henne oder das Ei' werde ich an dieser Stelle nicht beantworten können. Aber Inklusion und Nicht-binäres Mitdenken meinen, aber nicht über Sprache benennen? Was ist es "wert" benannt zu werden, wann reicht es "mitgedacht" zu werden? Wer denkt hier was mit und warum? Warum bennen wir es nicht, wenn es doch da ist und wichtig? Mitdenken und Mitmeinen klingt besser als das konkrete Benennen? Die Ästhetik ist wichtiger als die Aussage?

Ich denke, über das Stadium des " m i t  denkens und  m i t  meinens" sollten wir uns langsam erheben. Ich als Frau wurde jahrelang  m i t  gemeint. Danke! Ist ja nett. Lieber werde ich angesprochen,. Und wenns keine Rolle spielt und unser Bewusstsein so sattelfest und mitdenkend ist, dass diverse Sternchen *ins oder sonstige Zeichen nur verunstalten und nicht wirken, einigen wir uns einfach auf das generische Feminimum, das alle Inklusion, Nichtbinäre-Gender und Männer mitmeint.

Und wer immer noch meint, alles gleich, alles mitgedacht, der/die richte mal Grüße aus an jemandes Partner, die eine Frau ist und beobachte die Reaktion.

Auch Ästhetik unterliegt der Veränderung. Für unser aller Bewusstsein müssen wir hart ringen. Für viele ist Genderneutralität doch noch überhaupt keine Größe im Bewusstsein. Wie sollen wir die denn erreichen, wenn nicht über eine veränderte Ausdrucksweise? Ist ein Sternchen wirklich so schlimm, um Respekt voreinander auch zu zeigen und nicht nur mitzudenken?

Mir fällt noch viel zum Thema ein, was eine Auflösung von binärem Denken für unsere Gesellschaft bedeuten könnte. Ich fange mal hinten an und behaupte, dass auf Dauer und bei stetem Bewusstseinswandel eine Vielzahl von trennenden und Konflikte schürenden „die da“ und „wir’s“ wegfallen könnten. Ein Gendersternchen könnte am Anfang der Kettenreaktion stehen.

Abschließend zum Thema Wandel und Sprache: Man vergleiche nur mal Goethes Sprache mit der heutigen. Niemand wird den Wandel von Sprache aufhalten können. Warum gestalten wir ihn dann nicht mit, und zwar in Richtung Offenheit und Respekt?

 

PS: Beim Verband deutscher Schriftsteller*nnen stimme ich dir zu. Mein Vorschlag: Verband der Schriftsteller*innen, gerne mit Sternchen.

 
Veröffentlicht : 28/08/2023 3:42 pm
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